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Das Fließheck des Deutschen Schäferhundes PDF  | Drucken |
Image Eine Studie von Jan Demeyere

Rittmeister Max von Stephanitz hatte seinen Schäferhund ausdrücklich als Gebrauchhund "designed". Der Deutsche Schäferhund wurde zum Musterbeispiel eines Gebrauchshundes weltweit. Doch selbst diese Entwicklung schützte den Schäferhund nicht vor den Folgen der Zucht auf Äußerlichkeiten.

Getreu der Maxime: "Der Deutsche Schäferhund ist ein Traber", wurde ihm seit den 70er Jahren eine abfallende und dazu noch gewölbte Rückenlinie angezüchtet, auch "Karpfenrücken" oder "Fließheck" genannt. Zugleich sollte die Hinterhand eine extreme Winkelung zeigen. Zudem wurden die Hunde immer schwerer. Mit fatalen Folgen für die Gesundheit der Hunde. Jan Demeyere ist dem Thema "Traber" nachgegangen.


Wer einmal solche Top-Show-Champions im Ausstellungsring hat Laufen sehen, fragt sich, ob diese Liebhaber des Schäferhundes von Blindheit geschlagen sind. Der Lauf dieser armen Hunde hat mit Traben nun überhaupt nichts zu tun. Man sieht einen Bewegungsablauf, der an orthopädische Verletzungen oder Mißbildungen erinnert, nicht aber an das Gebäude eines gesunden Hundes.



GSDs at Manchester Show 2008



Man muss kein Wissenschaftler sein um zu verstehen, dass jede Verlagerung des Gewichtes mit schwerwiegenden Veränderungen in den Gelenken einhergehen muss. Bei einer massiven Verlagerung des Gewichtes, treten in den Gelenken und Bändern exponentiell höhere Spannungen auf.
Die immer größer gezüchteten Hunde weisen zudem ein beschleunigtes Wachstum auf. Das schnelle Wachstum ist nicht selten für die Welpen eine Qual, die Knochen können nicht mithalten, die Bänder werden gelockert und die Gelenke können den Spannungen nicht standhalten. Die unmittelbaren Folgen sind Hüftgelenksdysplasie und bereits in jüngstem Alter auftretende Arthrose, so Jan Demeyere.







Man erinnere sich an das Gebäude eines Wolfes. Der Wolf, der Prototyp des natürlichen und extrem leistungsfähigen Trabers schlechthin, hat eine kerzengerade Rückenlinie.

Sämtliche Schäferhunde, die als Gebrauchshunde gezüchtet und eingesetzt werden ob Malinois, Border Collie oder DSH, haben allesamt selbstverständlich gerade Rückenlinien. Auch die Traber unter den Pferden haben ebenfalls ausnahmslos gerade Rückenlinien. Der Schaulinie des bis dahin erfolgreichsten Gebrauchshundes in der Geschichte der Rassehundezucht soll plötzlich eine abfallende Rückenlinie vorweisen? Die gesundheitlichen Folgen für die betroffenen Hunden sind fatal.

Jan Demeyere ist den Folgen dieser kynologischen Mode nachgegangen. Seinen Studien zufolge leiden heute 57% der vom SV gezüchteten Schäferhunde an mittlerer bis schwerer Hüftgelenksdysplasie. Knapp 7% sogar an der schwersten Form von HD. Hüftgelenksdysplasie ist aber nur eine der fatalen Folgen rücksichtsloser Zucht auf zweifelhafter Schönheitsideale wie dem Fließheck des DSH. Dabei weisst Demeyere auch nach, dass und wie die HD-Statistiken im SV geschönt werden.

Der Kynologe Dr. Hellmuth Wachtel zieht eine wenig schmeichelhafte Bilanz: "Anatomisch wurde also so gut wie alles getan, um die körperliche Leistungsfähigkeit und Skelettgesundheit der Rasse herabzusetzen."

Die Studie von Jan Demeyere im Wortlaut hier:


 
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